Die geschichtliche Entwicklung des Edelstahls
Dass das Korrosionsverhalten von Stahl durch die Zugabe von Chrom und Nickel verbessert werden kann, wurde schon lange vor der Jahrhundertwende entdeckt. Aber bis die Entwicklung so weit war, dass Edelstahl auch in der Produktion eingesetzt werden konnte, dauerte es noch eine ganze Weile. Die entscheidende Entwicklung gelang erst im Jahre 1912 in Deutschland.
Chrom und Nickel
1912 konnte in Deutschland das erste Mal durch eine Kombination von Chrom und Nickel in Verbindung mit der genau dosierten Wärmebehandlung der Durchbruch erzielt werden. Mit der genauen Mischung konnte sowohl die Korrosionsbeständigkeit verbessert werden als auch gute mechanische Eigenschaften erreicht werden. Die damals festgelegten Namen für die Versuchsreihen haben auch heute noch ihre Gültigkeit. So steht V2A (V für Versuch und A für Austenit) immer noch für CrNi-Stahl und V4A CrBiMo-Stahl als begriff für Edelstahl. Der besonders schöne Glanz der Oberfläche war ein Grund für den amerikanischen Autohersteller Walter Chrysler sein weltbekanntes Chrysler Building in New York mit einem Turmhelm aus rostfreiem Edelstahl zu bedecken. Das Chrysler Building gilt auch heute noch als erster nennenswerter Einsatz des damals neuen Materials im Bereich der Bautechnik. Das kunstvoll verzierte Dach wurde aus 4500 einzelnen Edelstahltafeln gefertigt. Fast 30 Jahre später sollte es gereinigt werden und verblüffte alle dadurch, dass es laut dem Metallfax Magazin „Zwar dunkel, aber so gut wie neu“ war. An dieser Tatsache hat sich bis heute nicht wirklich etwas geändert.
Für dieses neuartige Material wurden schon damals mehrere Namen eingeführt. So nennt zum Beispiel die Krupp Stahl AG ihren Stahl bis heute Nirosta und die Thyssen Edelstahlwerke AG hat den Namen Remanit als Markennamen gewählt. Allgemein hat sich der Begriff Edelstahl durchgesetzt, wenn man in internationalen Zeitschriften die Begriffe 18/10 und 18/8 liest, sind damit die häufigsten Legierungsverhältnise von Chrom und Nickel im Edelstahl gemeint. Fachleute untereinander benutzen für dieses Material die Werkstoffnummern der DIN-Normen. Seit 1966 ist „Edelstahl rostfrei“ ein eingetragenes Warenzeichen. Heute hat sich Edelstahl in der Industrie durchgesetzt und wird in vielen Bereich eingesetzt. So sind zum Beispiel moderne Bäder fast nicht mehr ohne Edelstahlerzeugnisse denkbar. Edelstahl hat gegenüber dem Stahl viele Vorteile. Ein ganz wichtiger Vorteil ist die fast nicht vorhandene Anfälligkeit gegen Korrosion. Richtig gepflegt tritt bei Edelstahl so gut wie nie Rost auf. Kälte und Hitze können Edelstahl ebenfalls nichts anhaben, denn dieses Material ist extrem temperaturbeständig. Aufgrund seiner hohen Festigkeit und Verschleißarmut ist Edelstahl perfekt für Außenanlagen geeignet. Gern wird es zum Beispiel für Balkone und Geländer genutzt. Weil Edelstahl so leicht zu pflegen ist, hat es auch Einzug im Wohnbereich gehalten. Deutlich wird das, wenn man sich die Entwicklung der Industrieküchen ansieht. Fast alle industriellen Küchen sind inzwischen komplett aus Edelstahl. Der Handel bietet eine große Anzahl von verschiedenen Pflegemitteln für Edelstahl an, aber im Prinzip würde es auch reichen, dieses Material mit klarem Wasser abzuwaschen und anschließend trocken zu polieren. Edelstahl ist so robust und haltbar, dass es scheinbar für die Ewigkeit gemacht wurde. Schicken günstigen Silberschmuck gibt es auch in allen Varianten.
